Selektiver Mutismus und Logopädie – Bringt das überhaupt was?
Guten Abend, mein Kinderarzt hat uns wegen des anhaltenden Schweigens unserer Tochter (5) in der Öffentlichkeit ein Rezept für Logopädie ausgestellt. Diagnoseverdacht: Selektiver Mutismus. Nun stehen wir auf einer ewigen Warteliste, aber ich frage mich ganz ehrlich: Bringt Logopädie bei Mutismus überhaupt etwas? Physisch kann sie ja perfekt sprechen, sie tut es halt nur zu Hause bei uns im geschützten Raum. Wenn wir zu einer fremden Therapeutin gehen, wird sie doch dort wahrscheinlich auch kein Wort herausbringen. Hat jemand von euch Erfahrungen mit Logopädie bei mutistischen Kindern gemacht? Oder sollten wir lieber direkt zu einem Kinderpsychologen gehen? Ich will einfach keine Zeit verlieren, da nächstes Jahr schon die Schule anfängt.
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Hallo! Deine Zweifel sind absolut berechtigt, denn reines Sprechtraining hilft bei Mutismus tatsächlich nicht, da es sich ja um eine angstbasierte Blockade handelt und nicht um einen Sprachfehler. Allerdings gibt es Logopäden, die sich speziell auf Mutismus (zum Beispiel nach dem DortMuT-Konzept) spezialisiert haben – das kann dann schon helfen, aber eben nur mit dem richtigen Ansatz! Wenn die Chemie nicht stimmt oder Druck aufgebaut wird, schaltet das Kind erst recht ab. Ich empfehle dir, dich parallel nach einer spezialisierten Elternberatung umzusehen, da ihr als Eltern im Alltag den größten Hebel habt. Auf https://mutismus-elternhilfe.de/mutismus-kinder findest du tolle Ansätze wie das PCIT-SM (Eltern-Kind-Interaktionstherapie), bei dem du lernst, wie du deine Tochter im Alltag stärken kannst, ohne sie in unangenehme Sprechsituationen zu bringen. Oft ist dieser Weg über die Eltern sogar viel effektiver und stressfreier fürs Kind als klassische Therapiesitzungen, bei denen das Kind im Mittelpunkt steht.